Leseprobe – tschick von Wolfgang Herrndorf

Neueinsteiger in den Spiegel-Bestsellern 18 / 2015

Copyright © 2010 by Rowohlt · Berlin Verlag GmbH, Berlin

Hier geht es zur ausführlichen Leseprobe.

978-3-499-25635-6.jpg.766021

Als Erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee. Die Kaffeemaschine steht drüben auf dem Tisch, und das Blut ist in meinen Schuhen. Um ehrlich zu sein, es ist nicht nur Blut. Als der Ältere « vierzehn » gesagt hat, hab ich mir in die Hose gepisst. Ich hab die ganze Zeit schräg auf dem Hocker gehangen und mich nicht gerührt. Mir war schwindlig. Ich hab versucht auszusehen, wie ich gedacht hab, dass Tschick wahrscheinlich aussieht, wenn einer « vierzehn » zu ihm sagt, und dann hab ich mir vor Angst in die Hose gepisst.
Maik Klingenberg, der Held. Dabei weiß ich gar nicht, war um jetzt die Aufregung. War doch die ganze Zeit klar, dass es so endet. Tschick hat sich mit Sicherheit nicht in die Hose gepisst. Wo ist Tschick überhaupt ? Auf der Autobahn hab ich ihn noch gesehen, wie er auf einem Bein ins Gebüsch gehüpft ist, aber ich schätze mal, sie haben ihn auch gekriegt. Mit einem Bein kommt man nicht weit. Fragen kann ich die Polizisten natürlich nicht. Weil , wenn sie ihn nicht gesehen haben, ist es logisch besser, gar nicht damit anzufangen. Vielleicht haben sie ihn ja nicht gesehen. Und von mir erfahren sie’s mit Sicherheit nicht. Da können sie mich foltern. Obwohl die deutsche Polizei, glaube ich, niemanden foltern darf. Das dürfen die nur im Fernsehen und in der Türkei.
Aber vollgeschifft und blutig auf der Station der Autobahnpolizei sitzen und Fragen nach den Eltern beantworten ist auch nicht gerade der ganz große Bringer. Vielleicht wäre Foltern sogar ganz angenehm, dann hätte ich wenigstens einen Grund für meine Aufregung.
Das Beste ist Klappe halten, hat Tschick gesagt. Und das seh ich genauso. Jetzt, wo eh alles egal ist. Und mir ist alles egal. Na ja, fast alles. Tatjana Cosic zum Beispiel ist mir natürlich nicht egal. Obwohl ich jetzt schon ziemlich lange nicht mehr an sie gedacht habe. Aber wo ich auf diesem Hocker sitze und draußen die Autobahn vorbeirauscht und der ältere Polizist steht seit fünf Minuten an der Kaffeemaschine dahinten und füllt Wasser ein und kippt es wieder aus, drückt auf den Schalter und schaut das Gerät von unten an, während jeder Depp sehen kann, dass der Stecker vom Verlängerungskabel nicht drin ist, da muss ich wieder an Tatjana denken. Denn genau genommen wäre ich nicht hier, wenn es Tatjana nicht gäbe. Obwohl sie mit der ganzen Sache nichts zu tun hat. Ist das unklar, was ich da rede? Ja, tut mir leid. Ich versuch’s später nochmal. Tatjana kommt in der ganzen Geschichte überhaupt nicht vor. Das schönste Mädchen der Welt kommt nicht vor. Auf der ganzen Reise hab ich mir immer vorgestellt, dass sie uns sehen kann. Wie wir oben aus dem Kornfeld rausgucken. Wie wir mit dem Bündel Schläuche auf dem Müllberg stehen wie die letzten Trottel . . . Ich hab mir immer vorgestellt, Tatjana steht hinter uns und sieht, was wir sehen, und freut sich, wie wir uns freuen. Aber jetzt bin ich froh, dass ich mir das nur vorgestellt hab.
Der Polizist zieht ein grünes Papierhandtuch aus einem Handtuchspender und gibt es mir. Was soll ich damit ? Den Boden aufwischen ? Er fasst mit zwei Fingern an seine Nase und sieht mich an. Ach so. Nase schnäuzen. Ich schnäuze mir die Nase, er lächelt freundlich. Das mit der Folter kann ich mir wohl abschminken. Aber wo hin jetzt mit dem Taschentuch ? Ich schaue suchend auf dem Boden her um. Die ganze Station ist mit grauem Linoleum ausgelegt, genau das gleiche wie in den Gängen zu unserer Turnhalle. Es riecht auch ein bisschen so. Pisse, Schweiß und Linoleum. Ich sehe Wolkow, unseren Sportlehrer, im Trainingsanzug durch die Gänge federn, siebzig Jahre, durchtrainiert : Auf geht’s, Jungs ! Hopp, hopp ! Das Geräusch seiner schmatzenden Schritte auf dem Boden, fernes Gekicher aus der Mädchenumkleide und Wolkows Blick dorthin. Ich sehe die hohen Fenster, die Bänke, die Ringe an der Decke, an denen nie geturnt wurde. Ich sehe Natalie und Lena und Kimberley durch den Seiteneingang der Halle kommen. Und Tatjana in ihrem grünen Trainingsanzug. Ich sehe ihr verschwommenes Spiegelbild auf dem Hallenboden, die Glitzerhosen, die die Mädchen jetzt immer tragen, die Oberteile. Und dass neuerdings die Hälfte von ihnen in dicken Wollpullovern turnt, und mindestens drei haben immer ein Attest vom Arzt. Hagecius-Gymnasium Berlin, achte Klasse.
« Ich dachte, fünfzehn ? », sage ich, und der Polizist schüttelt den Kopf.
« Nee, vierzehn. Vierzehn. Was ist mit dem Kaffee, Horst ? »
« Kaffee ist kaputt », sagt Horst.

Advertisements

Doku – Selfpublishing bei Amazon

Ich habe eben eine sehr spannende Doku von Arte gefunden: Wie Amazon den Buchmarkt aufmischt.

Die Doku ist zwar schon ein Jahr alt, beschreibt aber sehr nett wie das Selfpublishing im Buchmarkt funktioniert.

Da kriegt man doch doch gleich Lust aufs Schreiben. In welchem Genre würdet ihr Euch zuhause fühlen?

Hier gehts zum Blog der vorgestellten Autorin Emily Bold

Buch des Tages – Apollonia von Verena Rot

Heute möchte ich Euch zwei Bücher der Indie-Autorin Verena Rot vorstellen:

Apollonia – Schatten der Vergangenheit (Band 1)
Apollonia – Saat des Bösen (Band 2)

Die beiden Bücher gehören zu einer Cosy-Krimi-Reihe, die einmal 4 Bücher enthalten wird. In allen vier Büchern wird die Geschichte der 26-jährigen Protagonistin Apollonia Seidel erzählt, die in jedem Band einen Kriminalfall löst.

Interessanterweise hat mir der Name Apollonia am Anfang beim Lesen Probleme bereitet, da er für mich so ungewohnt war, bin ich sehr häufig über ihn gestolpert.

Die beiden Bücher ließen sich sehr gut lesen, die Geschichte ist gut aufgebaut. Da ich es sonst gewohnt bin, sehr verschachtelte Geschichten zu lesen, war mir die Auflösung des ersten Bandes fast ein wenig zu schnell und einfach. Da hätte man vielleicht mehr in die Handlung einbauen können, da alle Fakten am Ende auf einmal aufgelöst waren.

Traurig war ich wegen der offenen Liebesgeschichte, wobei diese ja im zweiten Teil weiter geht, was für den Leser eines Buches bei mehrteiligen Büchern natürlich immer etwas unzufriedenstellend ist.

Im ganzen ein Cosy-Krimi für gemütliche Stunden. Da bin ich mal gespannt auf die nächsten beiden Teile.

Apollonia – Schatten der Vergangenheit
Ruhe, Entspannung, Seelenheil – nach mehr verlangt es die 26-jährige Hotelmanagerin Apollonia Seidel nicht, als sie in das beschauliche Förde an die Ostsee reist.
Bis sie an ihrem ersten Abend den Journalisten Marc Arend kennen lernt, der nach längerer Abwesenheit in den kleinen Fischerort zurückgekehrt ist. Als kurz darauf eine Leiche entdeckt wird, gerät Apollonia in einen Sog aus Lügen und dunklen Geheimnissen. Und sie muss erkennen, dass nicht nur ihre eigene Vergangenheit lange Schatten wirft…

Apollonia-1-Cover-200

Apollonia – Saat des Bösen 
Frühlingshafte Temperaturen und mediterranes Essen im Kreise der Familie – so hatte Apollonia Seidel sich ihr Weihnachtsfest auf Mykonos vorgestellt. Stattdessen sitzt sie in dem kleinen verschneiten Wohlnitz bei Marc Arend und seinen Eltern fest.
Durch einen Zufall lernt sie die wohlhabende Hedwig Krenztal nebst Familie kennen und stößt bald auf einige Unstimmigkeiten. Als auch noch eine anonyme Blumenlieferung ins Haus kommt, beginnt sie zu forschen. Doch je tiefer Apollonia in die Familiengeschichte der Krenztals eindringt, desto gefährlicher wird es für sie…

Apollonia-2-Saat-des-Boesen-200x320

Blogger schenken Lesefreude zum Welttag des Buches – Fitzek und Tsokos

Heute ist der Welttag des Buches und viele teilnehmende Blogs verlosen ausgewählte Bücher. Da möchte ich natürlich auch dabei sein. Heute ist das 20-jährige Jubiläum vom Welttag des Buches und des Urheberrechts.

Infos zu der Blog-Aktion findet ihr auf dieser Seite oder auf der Facebook-Seite.

Ich verlose den Spiegel Bestseller Abgeschnitten von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos:

Fitzek_Tsokos_Abgeschnitten_4

Ich habe das Buch bereits hier vorgestellt.

Was ihr dafür tun müsst:
– Kommentiert einfach diesen Blog-Beitrag (Im Blog am besten mit E-Mail-Adresse)
– Oder den zugehörigen Post auf meiner Facebook-Seitehttps://www.facebook.com/eBookdestages/

Das Gewinnspiel endet am Sonntag, dem 26.04.2015 um 21:00 Uhr. Der Gewinner wird per Privat-Nachricht bzw. E-Mail informiert

Dieses Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder irgendeinem Verlag oder Autor. Es handelt sich um eine private Buchverlosung.

Ich freue mich auf Eure Teilnahme!

Leseprobe – Erbarmen von Jussi Adler Olsen

Ich habe heute ein neues Buch angefangen. Erbarmen von Jussi Adler Olsen. Nach mehreren Büchern auf dem Kindle wieder ein Buch in gedruckter Form. Ich muss sagen, wenn ich nicht gerade unterwegs bin und kein Buch mitschleppen will, fällt die Wahl bei gleichem Preis doch auf die gedruckte Version.

Viel Spaß mit dem Auszug. Mich haben die ersten Seiten überzeugt weiterzulesen.

© 2009 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

 erbarmen-9783423247511

Prolog

Sie kratzte sich an den glatten Wänden die Fingerspitzen blutig und hämmerte mit den Fäusten an die dicken Scheiben, bis sie ihre Hände nicht mehr spürte. Immer wieder tastete sie sich in der vollständigen Dunkelheit bis an die Stahltür heran und bohrte ihre Nägel in den Spalt. Aber die Tür ließ sich keinen Millimeter bewegen, und die Kante war scharf.
Als ihr schließlich die Fingernägel abbrachen, fiel sie keu- chend auf den eiskalten Boden. Ihr Herz klopfte zum Zersprin- gen. Mit aufgerissenen Augen starrte sie in die undurchdring- liche Finsternis. Dann entfuhr ihrer Kehle ein Schrei. Ein Schrei, der ihr in den Ohren gellte, bis die Stimme versagte.
Als sie den Kopf in den Nacken legte, spürte sie wieder die Ahnung frischer Luft, die von der Decke herunterströmte. Wenn sie Anlauf nähme, könnte sie womöglich dort hinauf- springen und sich an irgendetwas festklammern. Vielleicht würde ja doch etwas passieren.
Ja, vielleicht wären die Teufel dort draußen gezwungen, zu ihr hereinzukommen.
Und wenn sie schnell genug war und mit ausgestreckten Fin- gern auf deren Augen zielte, würde es ihr vielleicht gelingen, sie außer Gefecht zu setzen. Und dann konnte sie vielleicht entkommen.
Sie saugte an ihren blutenden Fingern. Dann stützte sie sich mit den Händen vom Fußboden ab und zwang sich auf- zustehen.
Blind starrte sie an die Decke. Wer mochte wissen, wie hoch die Decke war. Wer wusste, ob es überhaupt etwas gab, woran man sich festhalten konnte. Aber sie musste es versuchen. Sie musste einfach!
Sie zog ihre Jacke aus, faltete sie sorgfältig zusammen und legte sie in eine Ecke. Dann setzte sie mit ausgestreckten Armen zum Sprung an – und stieß ins Leere. Ein paarmal wiederholte sie das, lehnte sich schließlich an die Wand und ruhte sich kurz aus. Dann nahm sie erneut Anlauf und sprang mit aller Kraft hoch ins Dunkel. Die Arme ruderten nach irgendetwas Greif- barem, doch wieder fiel sie zurück auf den Boden. Sie rutschte aus, und als sie mit der Schulter auf den Beton aufschlug, ver- suchte sie ein Stöhnen zu unterdrücken, aber als ihr Kopf gegen die Wand knallte und sie Sterne sah, schrie sie laut auf.
Danach lag sie lange Zeit vollkommen still da. Sie hätte gern geweint. Aber wenn die Teufel da draußen sie hören konnten, glaubten sie sicher, sie wolle aufgeben. Doch sie würde nicht aufgeben. Im Gegenteil.
Sie musste auf sich achten. Für ihre Peiniger war sie die Frau im Käfig. Aber über die Abstände zwischen den Gitter- stäben bestimmte sie selbst. Sie würde weiter denken, sich mit ihren Gedanken die Welt öffnen, sie würde ihnen den Gefallen nicht tun und verrückt werden. Es würde ihnen nicht gelingen, ihren Willen zu brechen, niemals. Das beschloss sie dort auf dem eiskalten Boden, und sie spürte kaum den Schmerz in der Schulter und das Pochen über dem rechten Auge, das längst zugeschwollen war.
Früher oder später würde sie ihnen entkommen.

Hier gehts weiter zur ausführlichen Leseprobe.

Buch des Tages – Lockruf der Vergangenheit von Barbara Wood

Das Buch „Lockruf der Vergangenheit“ von Barbara Wood beschäftigt sich der mysteriösen Vergangenheit der Vorfahren einer Frau, von denen sie bis zum Tod ihrer Mutter gar nichts gewusst hat. Natürlich findet sie hier auch ihre Liebe. Auch hier geht es um einen Fluch, der auf der Familie zu liegen scheint.

Klappentext: Leyla findet nach dem Tod ihrer Mutter eine Einladung ihrer Familie vor, nach Pemberton Hurst zu kommen. Voller Zweifel und Beklommenheit reist sie; nicht ohne Grund. Denn sie weiß nur, daß dieser Landsitz der Ort ihrer Kindheit ist, aber an die Menschen dort, an ihre Familie kann sie sich nicht erinnern. Überrascht wird sie von ihrer Familie begrüßt und beobachtet, aber willkommen geheißen wird sie nicht. Als Leyla beginnt, nach ihrer Vergangenheit zu suchen, begegnet man ihr mit unverhohlenem Mißtrauen und hartnäckigem Schweigen. Gegen den Widerstand ihrer Familie versucht sie allein, die Wahrheit herauszufinden und den vielen Fragen auf den Grund zu gehen. Lastet auf der Familie wirklich ein Fluch, wie viele Leute behaupten? Warum waren ihre Vettern nicht verheiratet? Muß sie wirklich einem Leben ohne einen liebenden Mann und Kinder entgegensehen? Mutig kämpft Leyla Pemberton um ihre Erinnerungen und stößt dabei auf ein schreckliches Geheimnis …

Hier gehts zum Buch.

Leseprobe – Der Killer hat das letzte Wort von Malcolm Mackay

© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

letztewort

Gewinner des »Scottish Crime Book of the Year«

Der Killer hat das letzte Wort von Malcolm Mackay

Vorsicht auf der Treppe. Das wär ’ne tolle Rückkehr, am ersten Tag gleich auf die Nase fallen. Nicht das erste Mal, dass er seit der Hüftoperation wieder im Club ist. In den letzten zwei Wochen war er ständig hier. Damit alle sehen, dass er wieder da ist. Neue Hüfte, derselbe alte Frank. Irgendwer hat die Botschaft kapiert. Heute früh bekam Frank einen Anruf. Von John Young. Young ist die Nummer zwei, Peter Jamiesons rechte Hand. Wenn Young dich anruft und in den Club bestellt, dann gewöhnlich weil Jamieson dich sehen will. Für manche Leute wäre das eine wirklich schlechte Nachricht. Aber nicht für Frank. Die Genesung, der Urlaub  – das war schon in Ordnung. Für eine Weile ganz amüsant. Nett, mal die Füße hochzulegen und nicht an die Arbeit zu denken. Wurde aber bald langweilig. Wenn die Arbeit dein Leben ist, tut ein langer Urlaub nicht gut. War ihm wichtig, wieder einzusteigen. Wieder im Geschäft zu sein. Hat ein paar Wochen gedauert, die Leute zu überzeugen, aber hat offenbar geklappt.

Durch die Flügeltür oben an der Treppe. In den Raum, der inzwischen als Snookersaal dient. Der Club mit der Tanzfläche ist unten, aber der ist für Gäste da. Leute aus dem Geschäft, die wissen, worum es wirklich geht, halten sich eher hier oben auf. Wenn man zur Tür reinkommt, ist zur Rechten die Bar. Überall im Raum stehen Snookertische. Die sind seit ein paar Jahren Jamiesons Leidenschaft. Er hat jede Menge kleine Hobbys. Harmloses Zeug, um sich die Zeit zu vertreiben und den Druck abzubauen. Irgendwann dürfte ihm Snooker langweilig werden, dann wendet er sich was anderem zu. Wahrscheinlich Golf. Im Moment sind es Snooker und Pferderennen.

Für diese Tageszeit nicht besonders viele Leute im Snookersaal. An der Bar ein paar echte Alkoholiker. An den Tischen einige bekannte Gesichter, Leute, die ihre Zeit totschlagen. Einer ist ein Kredithai, den Frank in den letzten Wochen im Club gesehen hat. Scheint oft hier rumzuhängen. Auch Kenny McBride, Jamiesons Fahrer, ist da. Niemand, den man für wichtig halten müsste.

Auf der anderen Seite des Saals ist ein kurzer Flur. Zimmer zu beiden Seiten, Büros, aber nur ein einziges, das wirklich zählt. Links am Ende des Flurs, das von Peter Jamieson. Das Zimmer, von dem aus er seine Organisation leitet. Er hat eine Reihe von legalen Unternehmen wie den Club, aber die dienen nur den illegalen Geschäften. Im Club wird Geld gewaschen; Leute wie Frank sind hier offiziell angestellt, damit sie ihr Einkommen erklären können. Angeblich ist er Sicherheitsberater des Clubs. Der Sicherheitsberater geht den Flur lang und versucht, die letzten Anzeichen seines Hinkens zu verbergen. Er ist fit genug, um zu arbeiten. Das muss er aber allen beweisen. Wenn sie das leichte Hinken sehen,das zurückgeblieben ist, denken sie bestimmt, er ist bloß noch ein alter Krüppel. Er ist jetzt zweiundsechzig, schon ziemlich alt. Aber er ist kein Krüppel. Da legt er Wert drauf.
Er klopft und wartet.

Hier könnt ihr weiter lesen: http://www.fischerverlage.de/